„Lass‘ mal heiraten“

Foto: TheBigGorilla

 

Wenn der eine Partner Grieche und der andere Deutscher ist, ist das mit dem spontanen Heiraten gar nicht so einfach. Denn während der Deutsche nur einen Auszug aus dem Geburtenregister seiner Geburtsstadt benötigt, muss der Grieche noch ein Ehefähigkeitszeugnis aus seinem Heimatland vorweisen. Wie der Weg vom Spontanentschluss bis zur tatsächlichen Trauung aussehen kann, lest ihr hier.

Der Fernseher lief, einer schaute aufs Smartphone, der andere hatte das Notebook auf dem Schoß. „Sollen wir einfach dieses Jahr noch heiraten?“, fragte ich. „Ok“, sagte er, „lass‘ mal heiraten.“ So einfach wie auch unkompliziert. (By the way: Das war nicht unsere Verlobung, wir waren schon eine ganze Weile verlobt und haben das Hochzeitsthema ständig aufgeschoben.) Da ich griechische Staatsbürgerin bin, ging ich zum griechischen Generalkonsulat (die deutsche Staatsbürgerschaft ist auch noch so ein Thema, das ich vor der nächsten Bundestagswahl angehen muss). Ich wusste, dass ich im Konsulat irgendeinen Wisch abholen musste und ich dachte auch, dass die Sache damit erledigt gewesen wäre.
War sie nicht.

Staaten legen Regeln selbst fest

Der Wisch war lediglich der Antrag, um ein Ehefähigkeitszeugnis aus Griechenland zu erhalten. „Aber ich bin doch hier geboren!“, sagte ich dem Konsulatsmitarbeiter. „Ist egal“, sagte er. Stimmt: Alle Länder dürfen die Regeln fürs Heiraten nämlich selbst festlegen. Das Ganze ist im Internationalen Privatrecht geregelt und dazu gibt es bestimmt einen Wikipedia-Eintrag. Ich meine, ich wusste, dass ein bisschen Papierkram anstehen würde. Dass der Papierkram aber über europäische Ländergrenzen gehen würde – nennt mich naiv, aber daran habe ich einfach nicht gedacht. Sinnvoll ist der Aufwand und die Ernsthaftigkeit der Angelegenheit aber durchaus. Das Ehefähigkeitszeugnis erklärt nämlich vor allem eins: dass man nicht bereits in einem anderen Land verheiratet ist.  „Ist ihr Partner Grieche?“, fragte der Mensch dort. Ich verneinte. „Gut, dann müssen Sie die Daten Ihres Partners in lateinischer Schrift und gut leserlich hier aufschreiben“, ich tat, was man mir sagte. Der Antrag enthielt auch eine eidesstaatliche Erklärung und eine Vollmacht, damit jemand – in meinem Fall mein Onkel – in Griechenland für mich handeln konnte. Ich erhielt den fertigen Antrag noch am selben Tag.

Beglaubigte Übersetzung fürs deutsche Standesamt

Im nächsten Schritt schickte ich die Unterlagen per Einschreiben nach Griechenland. Dort wurde im Rathaus der Gemeinde, bei der ich gemeldet bin, das Ehefähigkeitszeugnis ausgestellt. Nach sieben Tagen (so lange mussten die Unterlagen dort ausliegen) brachte mein Onkel das Zeugnis auf die Reise nach Deutschland. Das Ehefähigkeitszeugnis ist zwar mit einer Legende versehen, die die einzelnen Zeilen in verschiedenen Sprachen erklärt – häufig verlangen Standesämter aber eine beglaubigte Übersetzung. Wir wollten sicher gehen und haben mein Zeugnis übersetzen lassen.

Als alles da war, konnten wir schließlich die Eheschließung (Trauung) anmelden. Die Anmeldung muss man übrigens immer in der Stadt vornehmen, in der einer der beiden Heiratswilligen wohnt. Möchte man in einer anderen Stadt heiraten, geht man dann mit der Anmeldung zum Standesamt der ausgewählten Stadt und vereinbart schließlich den Termin für die tatsächliche Trauung.

Das brauchen griechische Staatsbürger, wenn sie in Deutschland einen Deutschen Staatsbürger heiraten wollen:

  • Wenn sie in Deutschland geboren wurden, einen Auszug aus dem Geburtenregister (bekommt man in seiner Geburtsstadt).
  • Ehefähigkeitszeugnis aus Griechenland. Den Antrag dafür holt man sich im griechischen Generalkonsulat ab (Ausweis mitnehmen!). Das ganze Verfahren – Antrag im Konsulat abholen, nach Griechenland schicken, Zeugnis ausstellen lassen und erhalten – dauert mindestens drei bis vier Wochen.
  • Personalausweis/Reisepass.

Kosten: 

  • Stellt euch darauf ein, dass jeder Schritt mit Kosten verbunden ist. Die Auszüge aus den Geburtenregistern haben für uns rund 10 bzw. 15 Euro gekostet.
  • Der Antrag fürs Ehefähigkeitszeugnis hat 20 Euro gekostet, die Ausstellung des Ehefähigkeitszeugnisses in Griechenland noch einmal 40 Euro.
  • Kosten fallen auch für die Anmeldung und die Eheurkunde an.

Übrigens:

  • Zwei griechische Staatsbürger können einander auch im griechischen Generalkonsulat heiraten.

Get the f*** out of my head

Collage: Jeanette Wildschütze

Manchmal füllt es sich wie eine große Trägheit im Kopf an. Etwas Schweres, dass langsam seine Bahnen zieht, zwischendurch sogar verschwunden scheint, um dann, bei der kleinsten Bewegung, wieder hervorgekrochen zu kommen. Andere Male ist da ein Vulkan, der in tobt und heiß sprudelt. Aber jedes Mal gibt es keinen Platz für Gedanken, nur Schmerz und das Wissen, dass ich nichts tun kann außer zu warten. Dabei habe ich Kopfschmerzen so lange ich denken kann. Als mir der Kopf als Kind wehtat, sagte meine Oma, dass das doch nicht sein könne. „Ein Kind hat doch keine Kopfschmerzen!“, stellte sie fest. Doch, leider. Nur dass man als Kind eben nicht um die Ecke kommt, die Hand auf die Stirn legt und sagt: „Du, Mama, ich lege mich hin. Ich habe Migräne.“ Das kommt dann später und bei mir war der Punkt mit 13 erreicht, als ein Arzt feststellte, jo, is‘ Migräne. Da kannste jetzt dies und das nehmen, damit die Migräne gar nicht erst kommt (über „dies und das nehmen“ erzähle ich noch mal an späterer Stelle) und Schmerztabletten habe ich auch für dich, hier nimm mal Triptane.

Ist halt alles aber irgendwie nicht so schön, weil halt nur die Symptome behandelt werden, aber bei der Ursache nichts gemacht wird. Dass Migräne nicht heilbar ist, weiß ich ja. Aber ich habe keine Lust, mich kampflos zu ergeben und so habe ich einige Trigger aufgespürt, die meine Migräne verstärken oder sogar hervorrufen können. Und das ist gut: Denn wenn meine Kopfschmerzen berechenbarer werden, werde ich es auch.

Sommer 2015 – die Nicht-Zeit meines Lebens

Meinen totalen Overkill hatte ich im zweiten Halbjahr 2015. In dieser Zeit arbeitete ich in einer kleinen Stadt im Münsterland – morgens hin, abends zurück. Gegessen habe ich, was der Supermarkt so hergab oder habe hin und wieder mit den Kollegen etwas bestellt. Das war zu einer Zeit, in der ich mir überhaupt keine Gedanken um meine Ernährung gemacht habe. In diesen sechs Monaten bin ich morgens ohne Kopfschmerzen zur Arbeit gefahren und konnte die Uhr danach stellen, dass ich spätestens ab 16 Uhr mit Übelkeit und Kopfweh am Schreibtisch sitzen würde. Also Feierabend abgewartet, halbblind nach Hause gekommen, mit Kopfschmerzen schlafen gelegt und gewusst, dass das Spiel am nächsten Tag von vorne losgehen würde. Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe und wie mir kleine Veränderungen in meiner Ernährung schon große Erfolge beschert haben, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Fünf Tipps, die bei Migräne helfen können

Bei Kopfschmerzen hilft mir Kaffee. Foto: ThebigGorilla

Sie kommt schleichend und kündigt sich manchmal bereits Stunden vorher an: Wer Migräne mit Aura hat, kennt das merkwürdige Gefühl, mit dem sich der Kopfschmerz ankündigt. Ob Blitze vor den Augen, das Gefühl, alles durch eine Wolke hindurch zu sehen oder die aufkommende Übelkeit – die Migräne hat verschiedene Wege ihr Opfer außer Gefecht zu setzen. Nachstehend meine fünf Hausmittel, die mir häufig (leider nicht immer) aus meinen Migräne-Sümpfen helfen.

Bevor es weitergeht: Leute, das ist kein medizinischer Blog. Ich bin keine Medizinerin, ich schreibe hier nur meine persönlichen Erfahrungen auf und teile mit euch, was mir bei Migräne hilft. Wenn ihr häufig Schmerzen habt, geht bitte zum Arzt.

1. Du bist heiß – eiskalt

Ich hatte zwar schon als Kind Kopfschmerzen, von einer Migräne kann ich aber erst seit meinem 13./14. Lebensjahr sprechen. Im Laufe der Zeit haben sich die Schmerzen und auch der Verlauf meiner Attacken verändert. Während ich vor einigen Jahren noch Wärme gebraucht habe, und besondern im Winter Stirn und Schläfen warm gehalten habe, brauche ich heute Kälte. Am besten Eiseskälte. Im Gefrierfach liegen daher immer Kühlkompressen bereit und wenn es mal wieder soweit ist, schnappe ich mir eine davon, Wickel sie in ein Küchentuch und lege sie genau auf die Stelle (oder Seite), die gerade weh tut. Manchmal wandert der Kopfschmerz auch von einer zur anderen Seite – und dann wandert die Kühlkompresse gleich mit.

2. Da hilft nur Druck

Was eigentlich schon immer hilft, ist Druck gegen die Stelle, die schmerzt. Manchmal hilft es auch den Nacken und die Schläfen zu massieren. Mit streichenden Bewegungen kann man so die Muskeln entspannen und ein wenig Linderung herbeiführen. Bei heftigen Attacken lege ich mich so hin, dass ich mit meiner Hand auf die Stelle drücken kann, die am meisten weh tut.

3. Einen Kaffee bitte…

Dass Koffein positive Effekte auf Kopfschmerzen und Migräne hat, wird für die meisten von euch nichts Neues sein. Viele rezeptfreie Schmerzmittel enthalten Koffein. Neben seiner belebenden Wirkung kann der Stoff auch schmerzlindernd wirken – gelangt über das Blut ins Gehirn und erweitert dort die Blutgefäße. So gehört eine Tasse Kaffee für mich zur morgendlichen Routine – genau wie Nachrichten auf dem Smartphone checken und Zähneputzen. Wenn ich im Laufe des Tages merke, dass sich eine Attacke ankündigt – wenn „nur“ die Aura da ist, der Kopfschmerz aber noch nicht – kann manchmal auch noch Kaffee helfen. Der Effekt war früher stärker, wahrscheinlich hat sich mein Körper einfach daran gewöhnt.  Schwarz und stark, ohne Zucker – so muss der Kaffee dann sein und mit ein bisschen Glück verdrückt sich der Kopfschmerz. Ist bei mir jedenfalls so. Aus Gesprächen mit anderen Migränikern weiß ich, dass es auch anders sein kann: Sie erzählen, dass Kaffee genau das Gegenteil auslösen und den Kopfschmerzen verstärken kann. Am Ende ist das wahrscheinlich wieder so eine subjektive Sache: Was tut dir gut? Was brauchst du in dem Moment? Was denkst du, wird dir gut tun? Und dann heißt es ausprobieren und das Ergebnis, ob es sich nun positiv oder negativ auf den Schmerzverlauf ausgewirkt hat, fürs nächste Mal merken.

Zitronen können für Linderung sorgen – allerdings sollte man die Finger davon lassen, wenn einem eh schon schlecht ist. Foto: ThebigGorilla
4. … und dazu eine Zitrone

Im Laufe der Zeit habe ich auch gelernt, dass es einige Lebensmittel gibt, die mir gut tun. Immer vorausgesetzt, dass mir nicht noch nicht oder nicht mehr übel ist, sind seit jeher Zitrusfrüchte meine Rettung. Ob die Zitrone als Frucht oder ausgepresst als Saft: Was willkommen ist, hängt von der Tagesform ab. Dabei kann auch ein Orangen-Salat mit Olivenöl und Salz helfen. Klingt zunächst vielleicht befremdlich, schmeckt aber richtig, richtig gut – und ist auch ein gesunder Snack, wenn man keine Kopfschmerzen hat. Die Griechen schwören übrigens drauf und streuen auch noch frische Zwiebeln drüber. Das ist mir allerdings eine Spur zu hart. Für die ganz Harten habe ich auch noch folgende Empfehlung: Kocht einen richtig schön starken Kaffee und gibt den Saft einer halben Zitrone hinzu. Das hat mir gerade im Studium sehr häufig das Leben gerettet (so. viel. Drama.) – mittlerweile bekomme ich die Brühe ehrlicherweise aber nicht mehr runter. Ich esse dann erst ein paar Zitronenscheiben (während ich das schreibe, zieht sich in meinem Mund alles zusammen) und trinke danach den Kaffee (während ich das schreibe, wird mir ein bisschen schlecht).

5. … und wenn wir schon dabei sind: Oliven

Klingt nach einem sehr merkwürdigen Gedeck bisher, aber wie ihr merkt: Mir helfen bei Kopfschmerzen salzige und säurehaltige Lebensmittel. Oliven habe ich immer zu Hause. Ich will sie nicht bei jeder Attacke essen, aber wenn, ist es meistens eine gute Idee.